Demenz als Oberbegriff

Demenz ist ein Oberbegriff für Krankheitsbilder, die mit einem fortschreitenden Verlust bestimmter geistiger Funktionen wie Denken, Orientierung und Lernfähigkeit, Sprache, Auffassung und Urteilsvermögen einhergehen und zu Einschränkungen in der Alltagsbewältigung führen.

Typische Symptome sind:

Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten:

Verminderte Alltagspraxis:

Persönlichkeitsveränderungen:

Weitere mögliche psychische Symptome können Depression, Angst, Aggression und Unruhe, Wahnvorstellungen und Paranoia sein.

Es liegt keine Bewusstseinsstörung vor.

Die Symptome müssen länger als 6 Monate andauern

Das Risiko an einer Demenz zu erkranken steigt mit dem Lebensalter, es gibt einen hohen Altersbezug. Seltener, aber auch, erkranken jüngere Menschen vor dem 60. Lebensjahr. Die genaue Ursache ist trotz großer Forschungsanstrengungen noch immer nicht bekannt.

Primäre Demenz

Primäre Demenz – das Gehirn ist direkt erkrankt. Dazu gehören:

Sekundäre Demenzen

Sekundäre Demenzen sind durch andere Erkrankungen verursacht:

Frühzeitige Diagnostik

Für die Auswahl geeigneter Therapieformen und für den richtigen Umgang mit den Betroffenen ist eine frühe und exakte Diagnose wichtig. Gerade bei Alzheimer gilt: Je früher eine medikamentöse Behandlung beginnt, desto größer sind die Aussichten auf eine Verzögerung der Krankheit und desto mehr Lebensqualität gewinnen die Erkrankten und ihre Angehörigen.

Besondere der frühzeitige Gang zum Arzt, bzw. zum Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie ist bei Auftreten von Hirnleistungsstörungen insbesondere von Merk- und Gedächtnisstörungen eine Notwendigkeit.

Prävention

Prävention in der Mitte des Lebens und geistige Fitness im Alter.

Aufgrund des Fortschritts in der medizinischen Demenzforschung ist heute bekannt, dass Demenzerkrankungen sich über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren vor dem Auftreten erster Symptome entwickeln. Dies bedeutet aber auch zugleich, dass hinsichtlich präventiver Strategien das Zeitfenster einer optimalen Wirksamkeit bereits im mittleren Erwachsenenalter zu sehen ist. Um auch im Alltag geistig fit und rege zu bleiben, ist es ratsam sich jenen Aspekten gezielt zu widmen, die mit dem Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit im hohen Alter verbunden sind.

Neben diesen Risikofaktoren ist es aber heute besonders notwendig auch die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnostik von Demenzerkrankungen anzusprechen, da dies nicht nur gleichzeitigen Zugang zu spezifischen Medikamenten, Hilfestellungen, Beratung und soziale Unterstützung bedeutet, sondern auch die Voraussetzung für eine erfolgreiche Lebensplanung darstellt.

Heute ist es aufgrund ausgefeilter diagnostischer Möglichkeiten früher als je zuvor möglich, eine Alzheimererkrankung zu diagnostizieren. Leider vergehen immer noch 1-2 Jahre ab Auftreten erster demenztypischer Symptome bevor ein Arzt aufgesucht wird und eine entsprechende spezifische Therapie eingeleitet wird. Es bleibt auch zu bedenken, dass in ca. 5-10% aller Fälle die Ursache für eine Vergesslichkeit eine andere behandelbare Erkrankung ist.

Prim. Dr. Andreas Winkler, MSc
Facharzt für Neurologie, Additivfacharzt für Geriatrie

Peer-to-Peer Beratung

Betroffene beraten Betroffene

Warnsignale

Sollten sich eines oder mehrere Warnzeichen über einen längeren Zeitraum häufen, bedeutet dies nicht unbedingt, dass Sie oder eine Ihnen nahestehende Person an Demenz erkrankt ist. Eine ärztliche Untersuchung ist angeraten um Klarheit zu schaffen.

Betroffene Menschen nehmen in der Regel ihre verminderte Leistungsfähigkeit wahr und reagieren auf unterschiedliche Weise. Dazu gehört beispielsweise das Verwenden von kleinen Notizzetteln, mehrfachen Kalendereinträgen und sonstigen Merkhilfen. Eine Weile gelingt es, mit solchen Hilfsmitteln Alltagskompetenzen aufrecht zu erhalten.

Die Betroffenen versuchen verständlicherweise, die auftretenden Defizite vor ihrer Umwelt zu verbergen. Sie reagieren mit Ausreden, Floskeln, Desinteresse an Gesprächen oder vermeiden anspruchsvolle Tätigkeiten um sich keinesfalls eine Blöße zu geben. Akzeptieren Sie dieses Verhalten als den Versuch das Selbstwertgefühl aufrecht zu erhalten.

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