Praktische Tipps

Organisieren Sie Besuche beim Hausarzt, damit dieser den körperlichen Gesundheitszustand regelmäßig überprüft. Ein guter Allgemeinzustand stärkt das Wohlbefinden. Verschlechterungen im Verlauf der Demenz können Ausdruck von körperlichen Erkrankungen sein. Unruhe, Aggression können durch Beschwerden oder Schmerzen zustande kommen. Unzureichend behandelte körperliche Krankheiten führen zu vermehrter Belastung der Betreuungspersonen.

Besuche beim Neurologen oder Psychiater oder in einer Memory-Klinik können bei eventueller Ablehnung als „Gesundenuntersuchung“ deklariert werden.

Achten Sie bitte auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Falls Sie sich Sorgen über mögliche Neben- oder Wechselwirkungen bei Medikamenten machen, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Bei beginnender Vergesslichkeit

  • Bringen Sie einen großen Kalender für alle Termine gut sichtbar an
  • Schreiben Sie wichtige Telefonnummern auf und verwenden Sie Erinnerungszettel
  • Erwähnen Sie Datum und Uhrzeit immer wieder während des Tagesablaufes
  • Erwähnen Sie beiläufig bei Spaziergängen: Hier ist der Bäcker. Dort wohnt Frau X. Die Ampel ist rot. Was kostet die Zeitung?
  • Kündigen Sie bevorstehende Ereignisse mehrmals an – nicht zu lange vorher
  • Fertigen Sie zusätzliche Schlüssel an bzw. nützen Sie ein Schlüsselbrett, bei Gefährdung Schlüssel nicht sichtbar aufbewahren
  • Bei beginnender Fahruntauglichkeit empfiehlt es sich, die Autoschlüssel nicht sichtbar zu deponieren
  • Bewahren Sie Urkunden, Geld, Schmuck an einem sicheren Ort auf, fertigen Sie Duplikate an
  • Die Betroffenen sollten Kärtchen oder ein Armband mit Namen, Adresse und Telefonnummer bzw. Namen und Telefonnummer der Betreuungsperson bei sich tragen. Diese Information kann auch in die Kleidung eingenäht werden.

Verlegen, Verstecken: machen Sie bevorzugte Verstecke ausfindig, durchsuchen Sie Papierkorb und Mülleimer vor dem Entleeren und die Kleidung vor dem Waschen.

Aggression und Unruhe:
 forschen Sie nach möglichen Ursachen und verändern Sie diese, achten Sie auf Schmerzen oder körperliche Erkrankungen. Versuchen Sie die Betroffenen mit ihnen angenehmen Tätigkeiten abzulenken, vermeiden Sie Konfrontationen und Diskussionen.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen von Augen, Ohren und Zähnen werden möglichst frühzeitig empfohlen.

Wohnungsgestaltung

  • Die Wohnräume sollten möglichst hell und überschaubar sein
  • Nehmen Sie aber keine großen Veränderungen in gewohnten Räumen vor, da dies zur Verwirrung beitragen kann.
  • Schaffen Sie viel Platz zum Wandern, bieten Sie evtl. Rundgänge an, aber auch Rückzugs-und Ruhemöglichkeiten sollten gegeben sein
  • Halten Sie nur mäßig Ordnung, lassen Sie Dinge zum Kramen herumstehen, Menschen mit Demenz räumen gerne
  • Achten Sie auf scharfe Kanten und Ecken und runden Sie diese ab, wackeliges Mobiliar kann die Sturzgefahr erhöhen, bringen Sie Haltegriffe in Nassräumen und im Bereich von Stiegen an.
  • Bringen Sie häufig benutzte Schalter leicht erreichbar an und kennzeichnen Sie diese
  • Beleuchten Sie Zimmertüren und kennzeichnen Sie diese mit großen Buchstaben oder Bildern
  • Achten Sie auf rutschfeste Bodenbeläge, sichern Sie Stolperkabel und Stufen
  • Muster am Boden werden manchmal als Hindernis angesehen, dies kann verunsichern
  • Sichern Sie Gefahrenquellen (z.B. Herd) aber finden Sie bei allen Maßnahmen einen vernünftigen Kompromiss zwischen Sicherheit und Freiheit

Essen und Trinken

Menschen mit Demenz vergessen häufig zu essen und zu trinken, vielleicht auch weil Geschmacks- und Geruchssinn nachlassen.

Trinken

  • 1,5 l – 2 l pro Tag
  • nach festem Tagesplan und oft zwischendurch, animieren Sie zum Trinken durch Zuprosten oder Trinksprüche
  • bieten Sie bei Aufwachen in der Nacht auch etwas zu trinken an
  • Verwenden Sie, wenn notwendig, Schnabeltasse, Plastikbecher oder Strohhalme

Essen

  • Passen Sie das Angebot der Speisen der Geschicklichkeit des Betroffenen an
  • bieten Sie normale Kost an, nicht zu heiß, einfache Gänge nacheinander
  • bieten Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag an
  • verwenden Sie Geschirr mit hohem Rand, buntes Besteck oder nur Löffel
  • bieten Sie die Speisen als Fingerfood an , wenn die Betroffenen dazu übergehen, mit den Fingern zu essen
  • bieten Sie im späteren Stadium, vor allem auch bei Schluckstörungen, pürierte Kost an
  • verwenden Sie pflegeleichte Umhänge, Servietten oder Schürzen
  • Bitten Sie den Arzt, Medikamente als Tropfen oder Pflaster zu verordnen, mischen Sie nur in Ausnahmefällen Tabletten unter die Speisen.

    Falls die Einnahme von Medikamenten fortgesetzt verweigert wird, sprechen Sie bitte mit dem behandelnden Arzt

Sprache & Verhalten

Sprache:

  • Sprechen Sie den Menschen mit Demenz stets mit dem Namen bzw. Kosenamen (innerhalb der Familie, Freundeskreis) an
  • Beschränken Sie sich auf wenige Themen, vermeiden Sie Fragen, die nicht beantwortet werden können
  • sprechen Sie langsam, ruhig und deutlich und in einfachen Sätzen
  • geben Sie Anweisungen in kleinen Schritten (eins nach dem anderen)
  • verwenden Sie keine abstrakten Begriffe
  • planen Sie Gespräche für Zeiten ein, zu denen die betroffene Person ausgeruht ist und sich allgemein wohl fühlt
  • begleiten Sie Tätigkeiten z.B. Körperpflege mit erklärenden Worten
  • sprechen Sie mit dem Betroffenen, nicht über ihn oder über ihn hinweg
  • Fördern Sie Kommunikation und Aktivitäten mit anderen Menschen. Mangel an Kommunikation führt zu Isolation.
  • regen Sie anhand von Fotos und Erinnerungsstücken zum Erzählen an
  • hören Sie mit Geduld die immer gleichen Geschichten und Fragen der Betroffenen an.

Was können Sie als Angehörige tun?

  • stellen Sie keine Warum- und Wieso-Fragen, sie bedingen eine Rechtfertigung
  • vermeiden Sie Kritik, Beurteilungen und Diskussionen
  • nehmen Sie Aggression und Beschuldigungen nicht  persönlich
  • schlagen Sie Alternativen vor, statt „Nein“ zu sagen
  • lösen Sie Konflikte durch Zuwendung und Ablenkung
  • versuchen Sie den Erkrankten im „Anderssein“ zu akzeptieren
  • schaffen Sie eine freundliche, ruhige Atmosphäre
  • Vergessen Sie nicht Lachen und Humor
  • Passen Sie sich den Gefühlen der Betroffenen an, steigen Sie in ihre „Wirklichkeit“ ein
  • Bleiben Sie gelassen, strahlen Sie Sicherheit aus, dadurch geben Sie ihnen Halt.

Körpersprache ist im späten Stadium oft der einzige Zugang

  • Achten Sie darauf, dass Mimik, Gestik und Tonfall mit dem Satzinhalt übereinstimmen
  • Verdeutlichen  Sie Worte mit Fingerzeig und/oder Berührung
  • Stellen Sie Augenkontakt her, achten Sie auf  gewünschte Nähe und Distanz, begeben Sie sich auf Augenhöhe mit dem Gesprächspartner
  • bevorzugen Sie bei Berührungen Oberarm, Schulter und Hand
  • sprechen Sie auch stark verwirrte Menschen an, sie reagieren darauf bis zum Schluss

Entlastung finden

Tipps und Entlastungsangebote

Beratungsstellen

Hier finden Sie Kontaktinformation zu:

  • Alzheimer Angehörigengruppen
  • Zentrale Beratungsstellen

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