Alzheimer Angehörige Austria

 
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Die Aufgaben der Angehörigen

Die Hauptlast der Betreuung und Pflege von Alzheimer Patienten trägt immer noch die Familie, da 70 - 80% der Erkrankten zu Hause betreut werden. Über Jahre stehen die Angehörigen einem Kranken in seiner zunehmenden Hilflosigkeit bei und tragen Verantwortung für ihn. Sie sind die wesentlichsten Ansprechpartner für Ärzte und Helfer und verfügen über die genaueste und umfassendste Information. Ihre Aussagen sind von Bedeutung bei der Objektivierung einer Hirnleistungsstörung und bei der Beobachtung des Krankheitsverlaufs.

Pflegende Angehörigen sind die wichtigste Stütze im Betreuungssystem. Durch ihre unentgeltliche Pflegeleistung – durchschnittlich 70 Std. pro Woche – tragen sie auch ca. 80 % der Gesamtpflegekosten (Kern 1995). Ihre Arbeit ist unbezahlbar und unverzichtbar.

Die Aufgaben der Angehörigen sind sehr vielfältig und schwierig. Sie stehen plötzlich vor Problemen, auf die sie nicht vorbereitet wurden, die aber einschneidende Maßnahmen in ihrem eigenen Leben und ihrem Alltag erfordern. Sie müssen z.B.:

  • Tag und Nacht einen verwirrten Angehörigen beaufsichtigen,

  • seine Unruhe ertragen und seine Sicherheit gewährleisten,

  • erleben, wie sich Persönlichkeit und Verhalten des Erkrankten nach und nach verändern,

  • trachten, seine Würde zu wahren,

  • Hilfestellung bei der Bewältigung des Alltags geben,

  • Arztbesuche und Therapie oft gegen seinen Willen organisieren,

  • trotz Aggression und Misstrauen versuchen eine entspannte Atmosphäre aufrechtzuerhalten,

  • weiterhin Kontakte zu Verwandten und Freunden pflegen,

  • den Rollentausch verkraften (Kinder sorgen für Eltern, die Gattin muss sich um Geschäftliches kümmern),

  • rechtliche und finanzielle Entscheidungen treffen,

  • ein Helfernetz aufbauen und die Dauerpflege planen.

Das soll alles neben dem Beruf und der eigenen Familie bewerkstelligt werden.

Die Belastungen, denen Angehörige Tag und Nacht über Jahre ausgesetzt sind, stellen eine starke Überforderung dar. Daher sollte den pflegenden Angehörigen mehr Aufmerksamkeit, Achtung und Hilfe zukommen. Information, Erfahrungsaustausch, Beratung und Training führen zu einer deutlichen Entlastung der Angehörigen und einer verbesserten Interaktion mit dem Kranken. Der Erkrankte und die Angehörigen erhalten dadurch mehr Lebensqualität. Heimeinweisungen werden reduziert oder hinausgeschoben.

© Alzheimer Angehörige Austria, alle Angaben ohne Gewähr.

 
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